Nicht nur weil es das erste Buch war, das ich im Lektorat nach Eingang der einzelnen Beiträge alleine betreut habe, sondern auch weil ich darin über meine 14-jährige DDR-Vergangenheit mehr erfahren habe als in den 14 Jahren selbst.

Darin finden sich nämlich nicht nur Einträge zu Autorinnen und Autoren von „DDR-Literatur“, sondern auch zu politischen Ereignissen, die das (literarische) Leben der DDR prägten, z.B. der 17. Juni 1953 oder das 11. Plenum des ZK der SED – das als Beginn eines „kulturpolitischen Desasters“ gesehen werden kann, das mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 seinen Höhepunkt erreichte, deren Fakten und Hintergründe natürlich in eigenen Beiträgen dargelegt werden.

Es gibt weiterhin Beiträge zu DDR-Verlagen und zum Verlagswesen (Druckgenehmigung, Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel), zu literarischen Genres (Science Fiction, Kinder- und Jugendliteratur), einzelnen Debatten (z.B. zum Deutsch-deutschen Literaturstreit) sowie zu übergeordneten Themen, wie ‚Leseland‘, Heimliche Leser, Öffentlichkeit und den Begriff der DDR-Literatur, der „nie klar umrissen“ war. Denn: Schrieben auch Autorinnen und Autoren, die DDR verlassen hatten, DDR-Literatur? Ist Literatur die nach 1989 entstand, frei von Zensur, die eigentliche „DDR-Literatur“?

Und scheinbar ganz nebenbei liest man – über unzählige Verweise innerhalb des Lexikons geführt – eine ganze DDR-Geschichte.

 

Metzler Lexikon DDR-Literatur

405 Seiten
Format 15,50 x 23,50 cm
gebunden
€ 74.99
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Das Lexikon
der DDR-Literatur

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