... sich mit Houston Stewart Chamberlain zu beschäftigen:

 

1.  Nach dem Tod Richard Wagners war Chamberlain (1855-1927) der führende intellektuelle Kopf in Bayreuth. Seine Wagner-Biographie gab im In- wie Ausland vor, wie Wagners Leben, Denken und musikdramatisches Werk verstanden werden sollte. Erst in den späten 1950er Jahren setzte sich durch Autoren wie Theodor W. Adorno, Hans Mayer, Martin Gregor-Dellin allmählich ein neues Wagner-Verständnis durch.

2. Das Werk Chamberlains zeigt in seiner thematischen Breite den intellektuellen und moralischen Führungsanspruch Bayreuths für Deutschland.

3. Mit seinem Weltbestseller "Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts", veröffentlicht 1899, entwarf Chamberlain eine rassisch basierte Kulturgeschichte Europas, die es bis dahin nicht gab und die, ebenso enthusiastisch aufgenommen wie abgelehnt, zur Grundlage jener Rassentheorie wurde, auf der die Nazis ihre Weltanschauung aufbauten. Wer die ideologischen Voraussetzungen der Nazis verstehen will, sollte Chamberlain kennen.

4. Mit seinem Goethe-Buch von 1912 leitete Chamberlain noch vor ähnlich angelegten Büchern von Georg Simmel und Friedrich Gundolf einen Paradigmenwechsel der Goetheforschung ein, weg von der Goethe-Philologie hin zu einem ganzheitlichen Verständnis des Dichters.

5. Chamberlain entwarf eine auf tragende Elemente des Christentums verschlankte Theologie, die mit dem "arischen Christus" eine nationale deutsche Theologie sein sollte. Damit wirkte er nachhaltig auf den Kulturprotestantismus ein und lieferte das Gerüst für die "Deutschen Christen" des Dritten Reiches.

 

Houston Stewart Chamberlain

636 Seiten
Format 15,50 x 23,50 cm
gebunden
€ 49.99
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Houston Stewart Chamberlain
Wagners Schwiegersohn - Hitlers Vordenker

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